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Kinder-Garten im Kindergarten. Gemeinsam Vielfalt entdecken!

Nisthilfe für Wildbienen

Wir sehen auf unseren Spaziergängen inzwischen sehr oft Holzklötze mit Löchern drin. Wohnen Wildbienen darin? Und warum sind die Löcher unterschiedlich groß, manchmal in die Ringe vom Holz gebohrt und manchmal in die lange Seite?

Stimmt, diese Wildbienenhäuser sind mir auch schon aufgefallen. Sie scheinen in den letzten Jahren ein richtiger Trend geworden zu sein. Und das freut mich sehr, denn meine Freundinnen die Wildbienen leiden sehr unter Wohnungsnot. Die brauchen sie aber unbedingt, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Wir Marienkäfer legen unsere Eier ganz unkompliziert an der Unterseite von Blätter ab und hoffen darauf, dass unsere Larven so schon genug zu fressen bekommen. Deshalb wusste ich nicht so genau, weshalb das mit den Wohnungen für die Wildbienen nun so wichtig ist und habe mal meine Freundin Wilma, die Wildbiene, gefragt.

Wilma hat mir erzählt, dass sie selbst in einem Wildbienenhaus zur Welt gekommen ist. Sobald sie „aus dem Haus“ war, hat sie sich auf die Suche nach einem passenden Mann gemacht. Oder naja, wohl besser eine Menge Männer haben sich auf die Suche nach ihr gemacht. Nachdem der Traumprinz gefunden war, ging Wilma auch direkt daran, eine passende Wohnung zu suchen. Da hat Wilma ziemlich hohe Ansprüche, denn schließlich sollen ihre Kinder gut behütet aufwachsen. Wichtig ist ihr, dass die Wohnung trocken ist und vor Regen geschützt. Deshalb ist ein Dach toll, und wenn das Haus dann noch in Richtung Süd-Osten ausgerichtet steht, dann ist Wilma richtig glücklich.

Zudem gibt es noch ein paar wichtige Sachen zu bedenken. Wenn die Löcher im Durchmesser zu groß sind, kostet es Wilma zu viel Mühe, die großen Öffnungen zu verschließen. Toll findet sie Löcher mit Durchmessern zwischen zwei und acht Millimetern. Außerdem legt Wilma viel Wert auf ihre Gesundheit. Wenn das Holz oder die Schilfstängel an der Öffnung nicht schön glatt geschliffen sind, hat Wilma Angst dass sie sich an den abstehenden Holzsplittern ihre empfindlichen Flügel aufreißt. Deshalb findet Wilma auch Nadelholznisthilfen nicht so toll und freut sich umso mehr über Nisthilfen aus Hartholz. Auch wenn schon von Anfang an klar ist, dass die Wohnung schnell baufällig wird oder dass es Schimmelprobleme geben wird, ist Wilma vorsichtig. Und das kann sie leicht erkennen: Wenn bei den Hölzern ins Stirnholz gebohrt wird (wenn man also die Jahresringe sieht), dann reißt das Holz leicht auf, und in die Risse können Feuchtigkeit und Schimmelpilze eindringen. Dass in so einer Wohnung keine gesunden Kinder großwerden können, ist ja klar.

Und dann hat sie noch einen ganz besonderen Wunsch: groß genug sollte sie auch sein, die Wohnung. Das heißt die Niströhre sollte mindestens 15 Zentimeter tief sein, besser wären aber 20 oder 25 Zentimeter. Denn bei den Wildbienen hat die Natur das so angelegt, dass umso mehr Jungs auf die Welt kommen, je kleiner die Wohnung ist. „Klar sind Jungs toll“, sagt Wilma, aber wer will schon eine reine Jungs-Rasselbande daheim? Und außerdem müssen die Mädels ja dafür sorgen, dass es auch im nächsten Jahr wieder Wildbienen-Nachwuchs gibt.

Wilma hat übrigens inzwischen eine geeignete Wohnung gefunden, die ihre Ansprüche total erfüllt. Die Eier hat sie schon gelegt und ein ordentliches Pollenpaket dazu gepackt, damit die Kids auch was zu essen haben. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass sie gut durch den Winter kommen.

Himbert hilft!

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ich bin das Maskottchen vom Netzwerk "Kinder-Garten im Kindergarten". Der Naturgarten ist mein Zuhause. Da kenne ich mich aus.

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