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Kinder-Garten im Kindergarten. Gemeinsam Vielfalt entdecken!

Samenpralinen – Konditorei für biologische Vielfalt

Samenpralinen sind kleine Kugeln aus Ton, Erde und Pflanzensamen. Sie werden überall dort ausgesät, wo wir eintönige Flächen mit bunten Blumen schmücken möchten. Gut eingepackt in das Ton-Erde-Gemisch haben die Samen genügend Nährstoffe dabei um selbst auf kargem Boden zu wachsen. Sobald der nächste Regen kommt, geht es los: Der Ton löst sich auf und gibt die Samen samt der Erde frei – eine Vielfalt an Pflanzen wächst und gedeiht wie aus dem Nichts. Besonders wertvoll sind diese Pralinen, wenn wir Saatgut von heimischen Wildpflanzen verwenden. Viele unserer Wildpflanzen sind selten geworden und mit ihnen unsere heimischen Insekten.

Samenpralinen mit heimischem Wildpflanzen-Saatgut sind nicht nur ein bunter Hingucker. Nektar und Pollen von den Pflanzen sind auch ein wahrer Festschmaus für viele verschiedene Wildbienen-, Käfer- und Schmetterlingsarten. Und das Beste ist, die Herstellung macht Klein und Groß viel Spaß – mit allen Sinnen werden die unterschiedlichen Texturen, Farben, Gerüche und Formen wahrgenommen, die Kinder erforschen Pflanzensamen und werden zu Konditorinnen und Konditoren für die biologische Vielfalt!

So geht’s

  • Stellen Sie zunächst alle Materialien bereit: Eine große Wachstischdecke, Ton, Komposterde, Saatgut von heimischen Wildpflanzen, eine Schale Wasser und einen kleinen Schöpflöffel, einige Becherlupen, eine große Platte für die fertigen Samenpralinen. Für die Verpackung: Papier, Stifte, Kleber, Bändchen zum Verschließen.

  • Mengenangaben: Das Mischungsverhältnis von Ton, Erde und Samen ist 5:5:1. Sie benötigen also fünf Teile Ton, fünf Teile Erde und einen Teil Samen. Aus 500 Gramm Ton, 500 Gramm Erde und 100 Gramm Samen erhalten Sie etwa 100 Samenpralinen.

  • Jetzt geht es los: Teilen Sie den Ton in gleich große Stücke und verteilen Sie ihn auf die teilnehmenden Kinder. Zunächst können die Kinder den Ton erkunden. Wie fühlt er sich an? Ist er kalt oder warm? Wie riecht Ton? Welche Farbe hat er? Wie hört es sich an, wenn wir Ton kneten?

  • Bitten Sie die Kinder ihre Augen zu schließen und etwas aus der Natur zu formen. Für die meisten ist es eine tolle Überraschung, wenn sie die Augen wieder öffnen und sehen, was sie geformt haben.

  • Dann geben Sie ein wenig Wasser dazu und lassen die Kinder wieder kneten und fühlen. Was verändert sich?

  • Wenn der Ton gut durchgeknetet ist, kommt die gleiche Menge Erde hinzu. Jetzt muss kräftig geknetet werden um die beiden Materialien gut miteinander zu vermischen. Es soll ein richtig guter „Teig“ entstehen. Eventuell noch etwas Wasser einkneten, damit der Teig geschmeidig wird. Welche Farbe hat der Teig jetzt? Wie riecht er und wie fühlt er sich an?

  • Nun füllen Sie ein paar Körner der verschiedenen Pflanzensamen in die Becherlupen und lassen die Kinder die unterschiedlichen Formen begutachten und beschreiben. Welche Formen seht ihr? Welche Farben haben die Samen? An was erinnert euch die Form?

  • Nach dem Erforschen der Pflanzensamen wird zu jedem Teigklos ein Fünftel an Samen hinzugegeben und wieder gut vermischt.

  • Jetzt werden kleine Stücke abgetrennt und zu Kugeln gerollt. Die Größe der Kugeln ist reine „Geschmackssache“.

  • Die fertigen Pralinen werden auf einer großen Platte gesammelt und ungefähr zwei Tage an der Luft getrocknet.

  • Als Verpackung für die Samenpralinen dienen beispielsweise selbstgebastelte Tütchen aus Pergamentpapier. Hier ist Kreativität gefragt: auch in Marmeladengläsern oder gebrauchten Eiskonfekt-Schachteln können die Samenpralinen bis zu ihrem großen Auftritt gelagert werden.

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