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Kinder-Garten im Kindergarten. Gemeinsam Vielfalt entdecken!

Garten-Workshop - Impressionen

Der Naschgarten – Essbare Kräuter und Beeren

Der erste Workshop zum Thema Naschgarten – Essbare Kräuter und Beeren fand im Kindergarten Regenbogen in Brachtal (Hessen) statt. Die Erzieherinnen und Erzieher haben mit fachkundiger Beratung von Kerstin Lüchow vom Naturgarten e.V. geeignete Pflanzecken für Him-, Stachel- und Erdbeeren auf ihrem Gelände ausgesucht. Beim Lockern von Grasnarbe und Boden, bei sachgerechtem Pflanzen und Düngen mit Kompost helfen Kolleginnen und Kollegen aus Einrichtungen der Umgebung. An den kostenlosen Workshops können alle interessierten Kindergärten teilnehmen. Für die Kita Regenbogen ist an diesem Tag ein weiterer Schritt zum naturnahen, Vielfalt fördernden Garten gemacht. Schon im Sommer können die Kinder Beeren naschen. Viele Hände haben in recht kurzer Zeit viel geschafft und alle nehmen gute Ideen und reichlich Anregungen mit nach Hause.

  • Heute werden wir einen Naschgarten für Kinder anlegen. Bevor wir den Spaten in die Hand nehmen, gibt es für alle einen theoretischen Ausflug in die Welt der essbaren Wild- und Kulturpflanzen. Welche Pflanzenteile kann man essen? Welche Pflanzen schmecken Kindern? Welche sind giftig und dürfen in Spielräumen nicht gepflanzt werden?
  • Mit vielen hilfreichen Informationen im Gepäck und praktischem Werkzeug, wie Hacke, Spaten und Grabgabel, geht es nach draußen. Der Naschgarten soll an einem Hang am Waldrand angelegt werden. Der ursprünglich vorgesehene Standort wird verworfen, da es dort zu schattig ist. Der neue Plan ist schnell gefasst.
  • Eine bereits vorhandene, vollständig zugewucherte Kräuterspirale soll als Beet hergerichtet werden. Mit vereinten Kräften entfernen die Erzieherinnen und Erzieher zuerst alle Pflanzen, die keine essbaren Wildkräuter sind. Die Pimpinelle, auch Kleiner Wiesenknopf genannt, darf bleiben. Ihre Blätter schmecken mildwürzig.
  • Da das Substrat sehr lehmig und stark verdichtet ist, lockern wir es mit vereinten Kräften auf. Dazu sind Grabgabel, Grubber, Harke und Muskelkraft nötig.
  • Zusätzlich schleppen wir eimerweise Sand aus der naheliegenden Sandkiste herbei und vermischen diesen mit der Erde. Der Erfolg ist sofort sichtbar: Ein aufgelockerter krümeliger Boden – beste Voraussetzung für ein gutes Pflanzenwachstum.
  • Nun werden die mitgebrachten Gänseblümchen und verschiedene Erdbeersorten eingepflanzt. In jedes Pflanzloch kommt ein wenig Kompost, anschließend die Pflanze. Dann so viel Erde, dass der Wurzelballen vollständig bedeckt ist, die Blätter aber herausschauen. Gut festdrücken, angießen nicht vergessen – fertig!
  • Währenddessen kümmern sich drei Teilnehmerinnen um die bereits vorhandenen, wild umherrankenden Brombeeren. Sie schneiden die alten, vertrockneten Triebe dicht über dem Boden ab und befestigen die neuen Triebe so, dass sie für die Kinder gut zu erreichen sind.
  • Auch ein Platz für die Himbeeren ist schnell gefunden. Teilnehmerinnen lockern die Grasnarbe und den Boden auf. Im Abstand von 40 bis 50 cm heben sie Pflanzlöcher aus – immer doppelt so tief und breit wie der jeweilige Wurzelballen. Um die Wurzelbildung der Pflanzen zu fördern, kommt in jedes Pflanzloch noch etwas Kompost.
  • Ein letzter Stein für die Abgrenzung wird verlegt, der restliche Kompost verteilt. Anschließend erhält jede Pflanze eine Gießkanne voll Wasser: So wird das Anwachsen erleichtert. Mit etwas Glück kann man bereits im Spätsommer die ersten Himbeeren ernten.
  • Nach getaner Arbeit geht es noch mal ins Haus. Es gibt Zeit, um offene Fragen zu klären, Tipps zur Pflege auszutauschen und die mitgebrachten Bücher zu studieren. Am Ende des Tages gehen alle geschafft und zufrieden nach Hause.