leben.natur.vielfalt - das Bundesprogramm

Kinder-Garten im Kindergarten. Gemeinsam Vielfalt entdecken!

Garten-Workshop - Impressionen

Wir bauen ein Totholz-Käferbeet

Totholz ist ein typisches Merkmal intakter Ökosysteme, findet jedoch auch zunehmend in Gärten und Kindergärten Verwendung. Abgestorbene Äste oder Stämme und stehende oder liegende Baumruinen werden als Totholz bezeichnet. Doch der Name täuscht, denn dieses Holz beherbergt viele Lebewesen wie Käfer, Fledermäuse und Echsen. Zwölf Workshopteilnehmerinnen haben am Waldrand von Falkenstein ein Totholzbeet eingerichtet. So können die Kinder des Waldkindergartens Trullige Trolle das vielfältige Leben im Wald kompakt an einem Platz erleben bzw. erklärt bekommen. Das Beet besteht aus verschiedenen Laubhölzern, wie Buche, Eiche, Esche, Erle und Birke. Es ist ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna sowie ein "reich gedeckter Tisch" für unzählige Arten. Für die Kinder bedeutet das fertige Beet dann echte Artenvielfalt zum Beobachten und ab und zu auch zum (vorsichtigen) Anfassen.

  • Im theoretischen Teil erfahren die Teilnehmerinnen, wie Holz von der Borke bis zum Kern aufgebaut ist und wie es wieder zerfällt. Von Insekten, wie Käfern und Wildbienen, über Pilze bis zu Flechten und Moosen sind zahlreiche Organismen daran beteiligt.
  • Die Referentin hat Anschauungsmaterial vom Hummelkasten bis zum Hirschkäfer mitgebracht. Hier begutachten Teilnehmerinnen des Workshops gerade ein „Prachtexemplar“ von Hirschkäfer.
  • Im Wildbienenbeobachtungskasten kann man den Entwicklungszyklus von der Brutzelle über die Larve bis zum Insekt beobachten – in diesem Falle von einzeln lebenden Wildbienen. Auch beim Hummelkasten darf gelegentlich der Deckel gelüftet werden, um die Tiere zu beobachten.
  • Auf einer ungefähr 15 Quadratmeter großen Fläche soll das Totholzbeet eingerichtet werden. Sie wird zunächst mit Ästen abgesteckt. Der Förster hat sich richtig ins Zeug gelegt und viele verschiedene Totholzarten aus dem Wald zusammengetragen.
  • Zunächst befreien viele helfende Hände das gefundene Beetstück vom Beikraut. Die Grasnarbe, Kräuter, Gehölze und Wurzeln werden zunächst entfernt und außerhalb des Beetes dem Abbau überlassen. Es riecht herrlich nach Erde. Wer Tiere findet, trägt sie vorsichtig in Sicherheit.
  • Dazu gehören beispielsweise Feuersalamander, Regenwurm und eine Haselmaus, die durch die Aktivitäten rundum leider aus ihrem beginnenden Winterschlaf geweckt wurde. Sie hat am Ende ein neues, gemütliches und gut geschütztes Zuhause im Amphibien-Unterschlupf gefunden.
  • Wie bewegen wir einen Baumstamm mit circa 80 Zentimetern Durchmesser? Mit einer selbst gebauten Rutsche aus astfreien Stämmen und viel Frauen-Power! Der Riese begrenzt das Beet an einer Seite und wird leicht eingegraben, damit er stabil liegenbleibt und seine Zersetzung beschleunigt wird.
  • Auch stehende Stämme werden eingegraben und mit gefundenen Steinen stabilisiert. In das Holz kann man Löcher bohren, die Wildbienen und Wespen als Nistplatz dienen. Ansonsten finden Käfer & Co. auch alleine ins Totholz.
  • Etwa einen halben Meter tief und einen Quadratmeter groß sollte die Grube sein, die das Workshopteam als Unterschlupf für Amphibien und Reptilien aushebt. Wieder etwas gelernt: Die Erdschichten ändern sich, je tiefer man gräbt und Ober- und Unterboden sind deutlich erkennbar.
  • Hölzer für den Unterschlupf zurechtsägen: Sie sollen ineinander verkeilt werden und den Tieren Hohlräume für ihr Versteck in fast frostfreier Tiefe bieten. Auch zur Beetbegrenzung werden Hölzer gelegt, oben drüber kommt Reisig. So ist’s richtig kuschelig für unseren Feuersalamander und die Maus.
  • Immer wieder schauen und überlegen. Wie arrangiert man das Holz, wie liegt oder steht es sicher? Ein Weg für die Kinder soll frei bleiben und einen Sitzplatz zum Verweilen soll es geben.
  • Damit das Beet noch natürlicher aussieht, pflanzt das Team heimische Wildpflanzen hinein. Der Braune Storchschnabel blüht violettbraun, die aufrechte Waldrebe weiß und die Waldwitwenblume lila. Auch der Wald-Frauenfarn bereichert das Totholzbeet ungemein.
  • Gruppenfoto nach getaner Arbeit. Die Teilnehmerinnen nehmen viele Anregungen und Ideen mit nach Hause. Die Erzieherinnen des Waldkindergartens haben schon viele Ideen, wie sie mit den Kindern zusammen das Beet weiter gestalten.
  • Resümee am Lagerfeuerplatz: Die Teilnehmerinnen sind müde von einem tagfüllenden Programm mit Theorie und Praxis. Sie sammeln Ideen, wie sie das Totholzbeet in ihrem Kindergarten-Alltag einbauen und freuen sich auf das Staunen der Kinder.
  • Arrangierte Unordnung: Das Totholz-Käferbeet.